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2018: Was ändert sich?

Auch 2018 müssen sich Handwerkerinnen und Handwerker wieder auf zahlreiche Änderungen einstellen. Wir haben die wichtigsten Änderungen für 2018 für Sie in einem Überblick zusammengefasst.

Mindestlohn

Ab Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen ohne jede Einschränkung.  Tarifverträge, die dann noch unter dem Mindestlohn liegen, sind nicht zulässig.
Beschäftigte im Elektrohandwerk können sich zu Beginn des Jahres über mehr Geld freuen. Ihr Mindestlohn steigt ab Januar 2018 auf 10,95 Euro, ab Januar 2019 auf 11,40 Euro.

Mängelhaftung

Zum 1. Januar 2018 tritt die Reform der kaufrechtlichen Mängelhaftung in Kraft. Dann müssen Lieferanten auch für Ein- und Ausbaukosten geradestehen, wenn sie Handwerkern mangelhaftes Material verkaufen. Dabei gibt es ein Problem: Die neuen Regeln sind nicht AGB-fest. Das bedeutet, dass Lieferanten deshalb die Haftung in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ausschließen können.

Neues Werkvertragsrecht

Mit dem „Gesetz zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung“ wird das Werkvertragsrecht modernisiert. Dabei soll vor allem der Verbraucherschutz im Vordergrund stehen. Das Gesetz wird ab dem 1. Januar 2018  in Kraft treten und gilt für Verträge, die ab dem 1. Januar 2018 geschlossen werden. Bereits abgeschlossene Verträge sowie Verträge, die bis einschließlich 31. Dezember 2017 geschlossen werden, richten sich nach bisherigem Recht. Das Gesetz erfasst alle materialverarbeitenden Handwerksbetriebe. Auch Tätigkeiten wie etwa Maler- und Lackiererarbeiten sind mit abgedeckt.

Betriebsrente

In Deutschland haben nur wenige Menschen eine betriebliche Altersversorgung. Aus Sicht des Gesetzgebers zu wenige. Damit sich das ändert, tritt am 1. Januar 2018 das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Es soll neue Anreize schaffen, damit mehr kleine und mittelständische Firmen ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anbieten und damit Geringverdiener vor Altersarmut schützen.

Datenschutzgrundverordnung

Ab Mai 2018 gilt europaweit eine neue Datenschutzgrundverordnung. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung, mit der die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen EU-weit vereinheitlicht werden. Ziel ist es, den Schutz von personenbezogenen Daten innerhalb der Europäischen Union sicherzustellen und den freien Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes zu gewährleisten.

Alle datenverarbeitenden Unternehmen, also auch Handwerksbetriebe, unterliegen den Vorgaben und sind damit auch vom Inkrafttreten der neuen Verordnung betroffen.

E-Vergabe für öffentliche Ausschreibungen

Ab Oktober 2018 wird die elektronische Vergabe bei europaweiten Vergaben zur Pflicht. Die Änderung besagt, dass die gesamte Kommunikation und der Informationenaustausch im laufenden Vergabeverfahren grundsätzlich nur mithilfe elektronischer Mittel erfolgen darf. Das dürfte vor allem kleine Betriebe freuen. Denn auch diese können sich für die Aufträge vom Bund, Ländern und Kommunen bewerben.

eCall für neue Pkw und Transporter

Ab April 2018 müssen neue Pkw-Modelle mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet sein. Ziel ist es, die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent zu verringern. Im Fall eines schweren Unfalls alarmiert eCall über die Rufnummer 112 automatisch den Rettungsdienst und übermittelt die Position des Autos sowie die letzte Fahrtrichtung an die Rettungsleitstelle. Ab dem 31. März 2018 sollen Autobauer alle neuen Modelle mit der nötigen Technologie ausrüsten.