Handwerk wirbt um die Jugend

Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Bremen standen die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Mangel an Fachkräften im Mittelpunkt.

Das Bremer Handwerk ist in Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen bis heute gut durch die Corona-Krise gekommen. Aber die Nebenwirkungen der Pandemie machen vielen der rund 5.400 Handwerksbetriebe deutlich zu schaffen, ebenso wie der Fachkräftemangel. Dieses Fazit hat die Handwerkskammer Bremen bei ihrer jüngsten Vollversammlung am Dienstag, 30. November, gezogen. Wegen Corona haben die 30 Vollversammlungs-Mitglieder sowie Vorstand und Geschäftsführung nicht wie ursprünglich geplant in der Bremischen Bürgerschaft getagt, sondern online per Videokonferenz.


Handwerkskammer-Präses Thomas Kurzke beschrieb die Lieferengpässe und Preissteigerungen bei vielen Baustoffen sowie die steigenden Energiepreise als enorme Herausforderung: „Im Fahrwasser der Materialknappheit folgte eine noch nie dagewesene Preiserhöhung. Deren Ende ist längst noch nicht abzusehen. Mit Blick auf die Energiepreise wird es eine der ersten und dringendsten Aufgaben der neuen Bundesregierung sein, einen Ausgleich auch für kleinere und mittlere Betriebe und auch für Menschen, die sich das alles nicht mehr leisten können, zu schaffen.“


Eine noch größere Herausforderung für das Handwerk ist laut Kurzke allerdings der Fachkräftemangel und der Mangel an Auszubildenden. „Für jeden neuen Handwerker, den wir in den nächsten Jahren begrüßen, gehen in einigen Gewerken drei bis vier Handwerker in den Ruhestand.“


Diesem Trend entgegenzuwirken, hat das Handwerk eine Vielzahl von Initiativen ergriffen, beispielsweise Schulbesuche und die App „Lehrstellenradar“. Diese sollen Schülerinnen und Schüler von einer Ausbildung überzeugen und ihnen den Weg ins Handwerk ebnen.


Um leistungsschwächere Auszubildende zu unterstützen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, wird die Handwerkskammer ab dem kommenden Jahr vier Ausbildungsbegleiterinnen und -begleiter, deren Stellen vom Bundesland Bremen finanziert werden, engagieren.


An leistungsorientierte Jugendliche und Abiturienten möchte sich die Kammer in Zukunft mit einem dualen Studium richten. Hauptgeschäftsführer Andreas Meyer: „Um Nachwuchs für die klimaschutzrelevanten Themen zu finden und die Herausforderung der Digitalisierung zu bewältigen, brauchen wir im Handwerk auch die Besten.“

Zum Stichtag 31. Oktober verzeichnete die Handwerkskammer Bremen mit 1.073 geschlossenen Ausbildungsverträgen ein Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (998). Im Vor-Corona-Jahr 2019 lag die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge bei 1.139.

01.12.2021

Oliver Brandt
Pressesprecher

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