Handwerk fordert Maßnahmen zur Energiekostensenkung

Schnelles Handeln erforderlich / Gas- und Strompreisdeckel sowie Einbeziehung kleiner und mittlerer Betriebe ins Energiekostendämpfungsprogramm könnten helfen

In Anbetracht der hohen Energiepreise benötigen die kleinen und mittleren Unternehmen des Handwerks sehr schnell wirkende Maßnahmen zur Kostenlinderung. Ohne eine Entastung bei den Energiekosten drohen nicht wenige Betriebe, besonders diejenigen aus den energieintensiven Gewerken, in große wirtschaftliche Probleme bis hin zur Existenzgefährdung zu geraten. Diese Prognose stellte sich bei einer Pressekonferenz heraus, zu der die Handwerkskammer Bremen heute (13. September) eingeladen hatte. Teilnehmende waren Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft Arbeit und Europa, Thomas Kurzke, Präses der Handwerkskammer Bremen, Herbert Dohrmann, Obermeister der Fleischerinnung Bremen und Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands, sowie Peter Büser, Obermeister der Bäcker-Innung Bremen.

Einige waren sie sich in ihrer Analyse der derzeitigen Hilfspakete des Bundes. Gerade für kleine und mittlere Betriebe ist ihrer Einschätzung nach die Unterstützung zu gering oder gar nicht vorhanden. Als eine schnelle Lösung sprachen sie sich dafür aus, auch kleine und mittlere Betriebe in das Energiekostendämpfungsprogramm des Bundes aufzunehmen sowie den Strom- als auch den Gaspreis zu deckeln.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: „Die explodierenden Energiekosten sind eine große Herausforderung für die Unternehmen im Land Bremen. Klar ist, dass die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen des Bundes nicht ausreichend sind. Das zentrale Instrument für Unternehmen – das Energiekostendämpfungsprogramm – hilft in seiner jetzigen Form nur sehr begrenzt, da die Zugangsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen viel zu eng gefasst sind. Die kleinen Handwerksbetriebe, insbesondere solche mit hohen Energiebedarfen, drohen auf der Strecke zu bleiben. Ich setze mich daher vehement dafür ein, diese Unwucht schnellstmöglich zu beheben. Zudem ist es wirtschaftspolitisch geboten, durch weitere entschlossene Maßnahmen die Preisentwicklungen einzudämmen.“

Thomas Kurzke brachte die großen Sorgen vieler Handwerksbetriebe auf den Punkt. Zu den vielen anderen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, den Folgen von Corona und den allgemeinen Preissteigerungen kämen nun die hohen Energiepreise hinzu. „Viele machen sich wirklich Sorgen um ihre Existenz“, so Kurzke.

Hebert Dohrmann forderte schnelles Handeln der Bundesregierung: „Im Moment brauchen wir keine politischen Debatten. Wir brauchen jetzt ganz schnelle und vor allem greifbare Unterstützung.“

Warum diese gerade von den energieintensiven Betrieben dringend benötigt wird, verdeutlichte Peter Büser. „Viele mussten während der Corona-Krise ihre Rücklagen aufbrauchen und konnten auch keine neuen aufbauen. Bäckereien haben auch nur sehr geringe Möglichkeiten, Energie zu sparen, weil die Produktion weiterlaufen muss.“

13.09.2022

Oliver Brandt
Pressesprecher

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