Handwerk trotzt der Pandemie

Kammer verzeichnet stabile Betriebszahlen / Fachkräftemangel erfordert Ausbau der Berufsorientierung

Das Handwerk im Bundesland Bremen ist im Durchschnitt bis heute gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Das zeigen die Statistiken der Handwerkskammer Bremen. Trotz der Pandemie, die im Handwerk besonders Friseure, Kosmetiker, Konditoren und Bäcker mit angeschlossenem Café betroffen hat, bliebt die Zahl der eingetragenen Handwerksbetriebe stabil. Ende des vergangenen Jahres (Stichtag: 31.12.2021) waren 5.456 Betriebe aus Bremen und Bremerhaven in der Handwerksrolle eingetragen. Ende 2020 lag diese Zahl bei 5.429, Ende 2019 bei 5.339 Betrieben.


Stabil ist auch die Zahl der Insolvenzen im Handwerk. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Handwerkskammer 22 Fälle, in denen Betriebe Zahlungsunfähigkeit angemeldet haben. 2020 lag die Zahl der Insolvenzen im Handwerk bei 19, 2019 bei 29. „Die stabilen Zahlen sind wichtige Indikatoren dafür, dass es dem Handwerk trotz der Pandemie weiterhin vergleichsweise gut geht“, sagt Andreas Meyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen.


Bremsschuhe für die Handwerkskonjunktur sind nach wie vor Lieferengpässe sowie das hohe Preisniveau bei Baustoffen und der Fachkräftemangel. Andreas Meyer: „Trotz einer gewissen Entspannung bei einigen Produkten werden Auftraggeber und Bauherren auch 2022 längere Wartezeiten und ein hohes Preisniveau bei Baustoffen in Kauf nehmen müssen.“


Die größte Herausforderung für das Handwerk bleibt der Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass Handwerker immer wieder an Kapazitätsgrenzen stoßen und der hohen Nachfrage von privaten und gewerblichen Kunden nicht gerecht werden können. Um das Problem zu lösen, setzen die Handwerksbetriebe auf die Ausbildung. Allerdings fällt es ihnen oft schwer, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Aus diesem Grund muss die Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen und vor allem an den Gymnasien weiter ausgebaut werden. An einigen Schulen läuft die Berufsorientierung zum Beispiel mit Berufsparcouren und -messen schon vorbildlich“, sagt Andreas Meyer.

19.01.2022

Oliver Brandt
Pressesprecher

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